Insights

Neuigkeiten und Perspektiven

Christopher Brennan

Christopher Brennan

Mai 2026

legalXchange 2026: Beyond the AI Hype

Über 800 Teilnehmer trafen sich Ende April in der BMW Welt München zur legalXchange 2026.

Ein Highlight: Die Keynote „Beyond the AI Hype" von Philipp Klöckner. Seine These: Der AI-Hype flacht ab, aber die echte Transformation beginnt erst jetzt. Unternehmen, die KI nur als Marketing-Buzzword nutzen, werden von denen abgehängt, die sie tatsächlich in ihre Prozesse integrieren.

Mein Takeaway vom Panel „Different Paths to Legal AI": Die Modellanbieter sprechen mittlerweile überwiegend eine gemeinsame Sprache. Aber sobald es um Daten geht – woher sie kommen, wie sie kuratiert werden, wem sie gehören – gehen die Meinungen auseinander. Das ist kein Widerspruch, sondern der eigentliche Knackpunkt: Die meisten Anbieter können datenschutzkonform auf Servern in der EU ihre Modelle anbieten. Kanzleien können diese nutzen, ohne gegen die berufsrechtliche Verschwiegenheitspflicht nach § 43a BRAO zu verstoßen – seit der Reform des § 203 StGB im Jahr 2017 ist klargestellt, dass die Nutzung von Cloud-Diensten kein strafbares „Offenbaren" von Mandantengeheimnissen darstellt, sofern die Anforderungen an Dienstleisterverträge nach § 43e BRAO eingehalten werden.

Darüber hängt jedoch das „Damoklesschwert" namens US Cloud Act aus dem Jahr 2018. Sollte die US-Regierung Daten anfordern, betrifft das alle Server von US-Unternehmen – auch die in Deutschland oder der EU. Bis jetzt ist dieses Schwert noch theoretischer Natur. Es wird sich zeigen, wie viele Kanzleien und Rechtsabteilungen bald auch andere Sprachmodelle, wie etwa Claude – welches nun mit Freshfields gepartnert hat und Claude for Legal anbietet – Gemini oder andere, nicht primär auf Legal spezialisierte Modelle, bei sich einführen.

Die vollständige Keynote von Philipp Klöckner gibt es zum Download – eine der klarsten Analysen zum aktuellen Stand von KI, die wir gesehen haben.

Präsentation (PDF) Video (YouTube)
Christopher Brennan

Christopher Brennan

April 2026

Future Fee Game

Was passiert mit dem klassischen Abrechnungsmodell, wenn KI juristische Routinearbeit in einem Bruchteil der Zeit erledigt? Eine Frage, die viele in der Branche beschäftigt – aber selten offen diskutiert wird.

Am 23. April 2026 bin ich Teil von Legal Beats in der Dorian Lounge am Frankfurter Flughafen. Gemeinsam mit Achim Tschauder diskutiere ich in der Session „Future Fee Game", wie sich juristische Arbeit durch KI verändert – und welche Konsequenzen das für das traditionelle Stundenhonorar hat.

Legal Beats ist bewusst kein theoretisches Konferenzformat. Es geht um das, was KI im juristischen Alltag wirklich verändert – nah an der Realität, nicht am Hype.

Ich freue mich auf den Austausch.

legalbeats.de
Sebastian Merkel

Sebastian Merkel

April 2026

Benchmarking von Legal AI: Modellentwicklung

Legal AI hat eine neue Phase erreicht – weg vom reinen Hype, hin zu messbaren Standards. Doch wie bewertet man KI-Modelle im juristischen Kontext wirklich? Transparenz, Erklärbarkeit, Halluzinationen, Genauigkeit und ROI sind dabei keine abstrakten Begriffe, sondern konkrete Entscheidungsgrundlagen für Kanzleien und Rechtsabteilungen.

Am 29. April 2026 moderiere ich ein Panel auf der legalXchange in München (BMW Welt), das genau diese Fragen in den Mittelpunkt stellt – mit führenden Experten aus Wissenschaft und Praxis.

Mit dabei:

  • Prof. Dr. Matthias Grabmair – Legal Tech Assistant Professor, TU München
  • Clemens Hufeld – Vice President Legal Data, Noxtua AG
  • Kristof Meding – Research Group Leader, Computational Law Lab

Für Kanzleien und Rechtsabteilungen, die Legal-AI-Tools evaluieren, stellt sich nicht mehr die Frage ob, sondern wie man Modelle sinnvoll vergleicht und bewertet – auf Basis klarer, praxisnaher Kriterien.

legalxchange.de
Christopher Brennan

Christopher Brennan

April 2026

Different Paths to Legal AI

Legal AI entwickelt sich nicht entlang eines einzigen Pfades. Unterschiedliche Technologien, Strategien und Annahmen entstehen parallel – teils überlappend, teils konkurrierend, oft schwer vergleichbar.

Einige Anbieter setzen auf spezialisierte Modelle für juristische Anwendungsfälle. Andere integrieren generische KI in bestehende Workflows. Wieder andere entwickeln vollständig neue Produkte, die traditionelle Arbeitsweisen grundlegend in Frage stellen.

Am 28. April 2026 moderiere ich gemeinsam mit Tom Braegelmann ein Panel auf der legalXchange in München (BMW Welt), in dem wir genau diese unterschiedlichen Ansätze diskutieren.

Mit dabei:

  • Joe Cohen – Legal Innovation, Harvey
  • Leif-Nissen Lundbæk, PhD – CEO & Co-Founder, Noxtua
  • Michael Grupp – Founder & Managing Director, BRYTER
  • Nathalia Schomerus – Legal Innovation Lead, Legora
  • Viktor von Essen, M.Jur. (Oxford) – Co-Founder & CEO, Libra by Wolters Kluwer
  • Michael Friedmann – Founder & Managing Director, PRIME LEGAL AI

Für Kanzleien und Rechtsabteilungen bedeutet das: Es gibt nicht die eine richtige Lösung. Die Frage ist vielmehr, welcher Ansatz zur eigenen Organisation, den eigenen Mandaten und den eigenen Zielen passt.

legalxchange.de
Sebastian Merkel

Sebastian Merkel

März 2026

Warum Datenqualität über den Erfolg von Legal AI entscheidet

Legal AI ist mehr als ein Interface. Die entscheidende Frage ist nicht, wie ein System aussieht – sondern auf welcher Grundlage es zu seinen Ergebnissen kommt. Daten, ihre Qualität und die Methoden, mit denen man KI-Systeme bewertet, sind der eigentliche Kern.

Am 13. März 2026 hatte ich die Gelegenheit, auf dem 28. Deutschen Mietgerichtstag einen Vortrag zu halten – einem Forum, das juristische Praxisnähe und Fachtiefe ernst nimmt.

Im Mittelpunkt standen drei Themen, die für die Entwicklung verlässlicher Legal-AI-Systeme zentral sind:

  • Datenqualität: Nur hochwertig kuratierte juristische Daten bilden die Grundlage für präzise, halluzinationsarme Sprachmodelle. Wer hier spart, zahlt später – mit falschen Ergebnissen.
  • Benchmarking: Wie misst man die Qualität eines Legal-AI-Systems? Benchmarking ist kein akademisches Thema – es ist die Voraussetzung dafür, KI-Systeme überhaupt vergleichen und verantwortungsvoll einsetzen zu können.
  • Datengetriebene Ansätze: Legal AI, die wirklich funktioniert, setzt nicht auf Hype, sondern auf methodisch saubere Entwicklung – mit klaren Qualitätsstandards, die sich messen lassen.

Der Vortrag richtete sich an alle, die verstehen möchten, wie datengetriebene Ansätze die Zukunft juristischer Informationssysteme prägen – und warum die Grundlage bereits in der Entwicklung stimmen muss, bevor ein Modell überhaupt zum Einsatz kommt.