legalXchange 2026: Beyond the AI Hype
Über 800 Teilnehmer trafen sich Ende April in der BMW Welt München zur legalXchange 2026.
Ein Highlight: Die Keynote „Beyond the AI Hype" von Philipp Klöckner. Seine These: Der AI-Hype flacht ab, aber die echte Transformation beginnt erst jetzt. Unternehmen, die KI nur als Marketing-Buzzword nutzen, werden von denen abgehängt, die sie tatsächlich in ihre Prozesse integrieren.
Mein Takeaway vom Panel „Different Paths to Legal AI": Die Modellanbieter sprechen mittlerweile überwiegend eine gemeinsame Sprache. Aber sobald es um Daten geht – woher sie kommen, wie sie kuratiert werden, wem sie gehören – gehen die Meinungen auseinander. Das ist kein Widerspruch, sondern der eigentliche Knackpunkt: Die meisten Anbieter können datenschutzkonform auf Servern in der EU ihre Modelle anbieten. Kanzleien können diese nutzen, ohne gegen die berufsrechtliche Verschwiegenheitspflicht nach § 43a BRAO zu verstoßen – seit der Reform des § 203 StGB im Jahr 2017 ist klargestellt, dass die Nutzung von Cloud-Diensten kein strafbares „Offenbaren" von Mandantengeheimnissen darstellt, sofern die Anforderungen an Dienstleisterverträge nach § 43e BRAO eingehalten werden.
Darüber hängt jedoch das „Damoklesschwert" namens US Cloud Act aus dem Jahr 2018. Sollte die US-Regierung Daten anfordern, betrifft das alle Server von US-Unternehmen – auch die in Deutschland oder der EU. Bis jetzt ist dieses Schwert noch theoretischer Natur. Es wird sich zeigen, wie viele Kanzleien und Rechtsabteilungen bald auch andere Sprachmodelle, wie etwa Claude – welches nun mit Freshfields gepartnert hat und Claude for Legal anbietet – Gemini oder andere, nicht primär auf Legal spezialisierte Modelle, bei sich einführen.
Die vollständige Keynote von Philipp Klöckner gibt es zum Download – eine der klarsten Analysen zum aktuellen Stand von KI, die wir gesehen haben.